Ich gestalte und baue Apps, um das Leben besser zu machen.
Vor den Apps
In der vierten Klasse habe ich Spiele in meine Hefte gezeichnet, und die anderen aus meiner Klasse haben bezahlt, um sie zu spielen. 2017, vor der Uni, habe ich angefangen, Websites zu bauen. An der Uni dauerte die Pause zwischen zwei Kursen nur zehn Minuten, zu kurz, um sich fürs Essen anzustellen. Also habe ich eine App gebaut, mit der man in der Mensa bestellen konnte, und die Studierenden mussten nicht mehr Schlange stehen und warten. Später, im VWL-Studium, habe ich Web-Apps in R gebaut. Ich habe schon immer instinktiv darauf geachtet, wie sich Menschen mit einem Interface fühlen.
Ich habe Nala mitgegründet, ein Retreat in der Nähe von Hanoi. Seit 2022 führe ich dort den Betrieb und die Marke, zusammen mit dem Team und den Markenpartnern. Online wurde ich auf TikTok zu „Tớ là Lộc“, mit etwa 100.000 Followern und Videos mit Millionen von Aufrufen. Zwei Jahre lang war ich außerdem Content-Berater von Nàng Mơ, einer Creator-Marke auf TikTok, Facebook und YouTube. 2024 verdiente ich mit der Medienarbeit gut, und sie zog mich immer weiter weg von dem, was ich eigentlich gern mache.
Also habe ich mich daraus zurückgezogen und bin zu Hause geblieben. Die Leute dachten, ich werfe meine Zukunft weg. Ich baute an einer neuen: an den Apps, die ich selbst gern gehabt hätte. Hier sind die fünf.
baseline Im App Store
Lass die App denken.




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Im Gym
Beim Training will ich den Körper anstrengen, nicht den Kopf.
Ich komme ins Gym, öffne die App und sehe mir die Übungen für heute an. Das Denken ist Sache der App.
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Erster Versuch: zweimal ziehen
Fürs Ziehen habe ich mich früh entschieden. Zifferntasten heißt tippen, und Pfeile fressen Platz auf dem Bildschirm.
In der ersten Version gab es zwei Ziehgesten: eine fürs Gewicht, eine für die Wiederholungen. Ich habe sie fast zwei Wochen lang jeden Tag benutzt. Es war ganz okay.
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Das Diagramm
Beim Benutzen merkte ich, dass etwas fehlte: ein Diagramm, in dem das Gewicht von heute dem vom letzten Mal gegenübersteht. Ich habe es gebaut.
Als das Diagramm da war, ergab eine Ziehgeste mehr Sinn als zwei: hoch und runter fürs Gewicht, links und rechts für die Wiederholungen.
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Du bist dran
Leg einen Finger auf die Zahlen und beweg ihn. Nach oben heißt schwerer. Nach rechts heißt eine Wiederholung mehr. Der Block ist dein Satz, gezeichnet im Vergleich zum letzten Mal.
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Dir selbst treu
Am Anfang war die App nur für mich. Ob sie sonst jemand benutzt, war mir egal. Dann habe ich gemerkt: Vielleicht bin ich deshalb nicht drangeblieben. Und Dranbleiben ist der Sinn der App.
Also habe ich einen sozialen Teil eingebaut, um etwas Druck zu spüren. Nicht zu viel. Die Rangliste habe ich so gestaltet, dass sie nur eines wertet: wie treu du dir selbst bist. Wie viel du hebst und wie oft, zählt nicht. Sagst du vier Trainings pro Woche an und machst vier, stehst du gleichauf mit jemandem, der sieben ansagt und sieben macht.
Lockeat Im App Store
Am Anfang steht ein Foto.
Von 14 bis 26 ging mein Gewicht rauf und runter. Ich habe hart gearbeitet und meinen Körper mehr als einmal verändert. Dann kehrte sich alles wieder um, und nach jeder Runde blieb ein bisschen mehr Scham zurück.
Im Rückblick auf diese zwölf Jahre wurde mir klar, dass ich nicht kaputt war. Ich hatte versucht, ein langfristiges Problem mit Phasen zu lösen, in denen ich mich so anstrengte, dass ich es nicht durchhalten konnte. Die gesunden Menschen, die ich bewunderte, gewannen nicht jeden Morgen eine riesige Schlacht. Gut zu essen war ein normaler Teil ihres Lebens geworden.
Also habe ich Lockeat gebaut, einen Kalorienzähler für jeden Tag, nach einem Prinzip: möglichst wenig Zeit in der App für möglichst viel Wirkung. Eine Mahlzeit trägst du ein, indem du sie fotografierst, und die Schätzung kommt nach ein, zwei Sekunden. Mein Ziel war ein einziger Fingertipp. Die ausgelieferte App braucht drei: Kamera öffnen, Foto machen, speichern.
Ich wollte Disziplin ohne das Gefühl, diszipliniert zu werden. Lockeat liegt dir nicht mit einem Tagesziel in den Ohren und macht dich nicht verrückt wegen jeder Kleinigkeit, die du isst.
Den Foto-Flow habe ich zuerst als Prototyp in Claude Design gebaut. Die App startet mit einem Kalender: Jeder Tag ist eine schlichte Summe, und unten sitzt ein einzelner Kamera-Button. Einen Kalorienring oder einen Fortschrittsbalken gibt es dort nicht. Du trägst erst ein und urteilst später.
Jede Zahl ist eine Schätzung, kein medizinischer Rat.
Elsewhere Im App Store
Still und leise auf deinem Handy.
Elsewhere bewahrt persönliche Medien auf dem Gerät auf, hinter einer diskreten Fassade.
Für den Home-Bildschirm wählst du eins von zwölf Icons. iOS erlaubt einer App, ihr Icon zu ändern, aber nicht ihren Namen. Also bleibt der Name Elsewhere.
lifelong Im App Store
Ein Mensch.
lifelong ist ein privater Raum für genau zwei Menschen. Keine Kontaktliste, kein Feed.
Der Assistent der App heißt Tơ und läuft auf dem Handy. Den gemeinsamen Chat liest er nur auf Anfrage, und erst, wenn beide das eingeschaltet haben. Jeder von euch beiden kann es wieder ausschalten.
Es ist auch die App, die ich fast aufgegeben hätte. Nach einer Trennung glaubte ich nicht mehr daran und plante so große Änderungen, dass es fast auf ein Neuschreiben hinauslief.
Ich habe entschieden, dass eine einzelne schmerzhafte Erfahrung nicht ändern soll, welches Bild die App von einer gesunden, glücklichen Beziehung hat. Also bin ich beim Original geblieben. Die App ist bei etwa 30% von dem, was ich mir für sie vorstelle, und ich verbessere sie weiter.
Knowless Im App Store
Ein Screen und ein Button.

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Verloren in Hongkong
Als ich klein war, bin ich in Hongkong verloren gegangen. Ich konnte die Sprache nicht.
Auf späteren Reisen, nach China und in andere Länder, deren Sprache ich nicht spreche, konnte ich keine mobilen Daten nutzen. Jedes Mal habe ich mir dasselbe gewünscht: einen Übersetzer, der keine Verbindung braucht, damit ich die Leute verstehen und mit ihnen reden kann.
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Erster Versuch: ein Radar
Die erste Version war ein Radar, das die ganze Zeit zuhörte. Ich stellte mir vor, es könnte allein über den Ton erkennen, wo jemand spricht.
Das konnte es nicht. Mein Handy liefert bei einer Aufnahme kein räumliches Audio, also steckt darin nichts, was verrät, woher eine Stimme kommt. Ich habe gelesen, dass ein neueres Modell das vielleicht kann. Ich habe keins. Ich habe aufgehört.
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Zweiter Versuch: Augen
Also habe ich es mit Augen statt Ohren versucht: beide Kameras gleichzeitig, um das Gesicht zu finden, das gerade spricht.
Das Handy wurde heiß, der Akku lief leer, es fror ein. Auch das habe ich verworfen.
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Meine eigenen Ohren
Auf dem Papier klang Geräuschunterdrückung für laute Orte vernünftig. Dann habe ich mir eine Aufnahme voller Lärm mit eigenen Ohren angehört. Ich konnte meine eigenen Worte nicht verstehen.
Da hilft auch noch so viel Filtern nichts, also habe ich die Idee verworfen. Das meine ich mit „Human in the Loop“: Ich muss immer wieder prüfen, ob das, was ich verlange, Sinn ergibt.
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Was übrig blieb
Ein Screen und ein Button. Drücken, sprechen, übersetzen.
Der erste Prototyp hat auch einen Gesprächsverlauf gespeichert. Den habe ich ebenfalls gestrichen, um die App rechtzeitig zum Shipaton herauszubringen, und hätte die Deadline trotzdem fast verpasst. Es ist wahrscheinlich die einfachste App, die ich gemacht habe.
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Zwei Tage für einen Effekt
Ein sehr kleines Feature hat sich als extrem komplex herausgestellt: wie die Wörter erscheinen. Aus dem Gesprochenen wird eine Vermutung, die sofort angezeigt wird, damit es sich live anfühlt. Dann wird die Vermutung korrigiert. Nach einem langen Satz wird sie noch einmal korrigiert, mit Kontext.
Jeder dieser Zustände muss richtig aussehen, und das Warten dazwischen auch. Mehr als zwei Tage bin ich zwischen der App und einem Design-Mock-up hin- und hergesprungen.
Manches gehört da nicht hin. Nicht jeder merkt das.
Wie Lego
Als ich an mehreren Apps gleichzeitig baute, begannen die Dinge ineinanderzugreifen. Ein Teil, das für eine App gemacht ist, passt in eine andere, wie Lego. baseline begann als der Fitness-Teil von lifelong; im August 2026 habe ich baseline als eigene App herausgelöst, und ein paar Tage später ist Lockeat aus baseline entstanden.
Der Feed in baseline kam aus noch einer anderen App. Die habe ich gebaut, und erst als sie lief, sah ich, dass die Idee zu weit von der Realität entfernt war, um zu funktionieren. An manchen Tagen bereue ich die Zeit, die sie gekostet hat. Aber ihr Feed ist in baseline umgezogen und hat gepasst.
Ein Regelwerk
baseline, Lockeat und Knowless greifen auf ein kleines Designsystem zurück, das ich pflege. Es heißt Ground & Signal. Die Idee dahinter: Die Apps sehen sich überhaupt nicht ähnlich und verhalten sich gleich. Die Regeln:
- Zwei Screens, danach Sheets.
- Eine Akzentfarbe, für das Element, bei dem du gerade bist, und für die eine Aktion, die sich lohnt.
- Bewegung berichtet, was gerade passiert; sie ist keine Show.
- Die kleine Schrift sagt, was stimmt.
- Keine Alerts und keine Rückfragen, wo ein Rückgängig genügt.
- Berichten, nicht jubeln: keine Streaks, keine Abzeichen, kein Lob.
Wie ich arbeite
Bevor ich baue, mache ich einen Prototyp, und ich arbeite schnell. Lockeat wurde am 26. August 2026 zur eigenen App. Am 28. August war der Foto-Flow (eine Karte mit der Schätzung, ein Portionsrad, drei Wischgesten) schon ein klickbarer Prototyp in Claude Design, und ein KI-gestütztes Review hatte ihn Screen für Screen daraufhin geprüft, was iOS erlaubt. Am nächsten Tag entstand daraus die Spezifikation für die Umsetzung, bis hin dazu, dass sich die Bewegung so anfühlen soll wie im Prototyp.
In dieser Phase habe ich zwei Entscheidungen getroffen. Eine Schätzung ist keine Messung, aber ich habe entschieden, dass die App trotzdem eine einzige schlichte Zahl zeigt, während die Begründung dahinter live mitläuft. Und ein Mock-up fühlte sich für mich falsch an: Wie sich herausstellte, lag es an KI-generierten Fotos unter den Beispielbildern vom Essen. Seitdem hat Lockeat eine Regel für seine Bilder: nur echte Mahlzeiten, keine KI-generierten Fotos und keine Stockfotos aus dem Studio.
Ich baue mit KI-Tools (Claude Code, Bitrig), mit dem besten Modell, das ich bekommen kann, und ich bleibe nah dran. KI liefert mir viele Ideen, die nicht umsetzbar sind, auch wenn sie mich manchmal sehr beeindruckt. Wenn ich erschöpft bin, lasse ich zuerst die Modelle einen Plan prüfen, dann lese ich ihn durch und suche nach allem, was unlogisch ist. Die Entscheidungen bleiben bei mir.
Alle fünf in 36 Sekunden
Auf meinem Handy liegen die fünf in einem Ordner. Er heißt Quality life.
Fünf Apps für ein gutes Leben.
Über mich
Ich versuche, Design zu einem der wichtigsten Teile von allem zu machen, was ich baue, und ich bringe jede App selbst vom ersten Prototyp bis in den App Store.
Das würde ich gern in ein Team einbringen. Ich lebe in Hanoi und bin offen für Stellen im UI- und Product Design, in Hanoi, in Ho-Chi-Minh-Stadt oder remote. Ich arbeite in einem voll ausgestatteten Homeoffice, nach vietnamesischer Zeit (GMT+7).
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Zu dieser Seite
Die Bilder haben keine Bildunterschriften, deshalb steht hier, was sie sind. Die Handy-Screens sind Screenshots und Montagen der echten Interfaces, gefüllt mit Beispielinhalten; die Fotos in der Mediathek von Elsewhere sind generiert und fiktiv, und eine Tagesansicht von Lockeat ist beschnitten. Die Clips sind aus meinen eigenen Demo- und Vorschauvideos geschnitten, die Sätze in Knowless folgen einem Skript. Die drei Strichzeichnungen im Knowless-Kapitel (ein Radar, zwei Kameras, eine verrauschte Wellenform) sind Skizzen für diese Seite, keine Screenshots. Die zwei Screens zum Ausprobieren sind kleine Nachbauten für diese Seite, nicht die Apps. Aus zwei Screenshots von lifelong wurden iOS-Overlays herausretuschiert (der AssistiveTouch-Button und die Aufnahmeanzeige), und die Kapitelnummern im 36-Sekunden-Zusammenschnitt sind abgedeckt; die Interfaces der Apps selbst sind so, wie sie aufgenommen wurden. Ton hat nur der 36-Sekunden-Zusammenschnitt, und nur, wenn du ihn startest. Er ist Demo-Material und dokumentiert nicht, was die jeweils aktuelle Version enthält.
Bildnachweise
Hier sind die Essensfotos von Wikimedia Commons aufgelistet, die in den Screens und im Video von Lockeat vorkommen, skaliert und zugeschnitten; jedes bleibt unter seiner eigenen Lizenz. Die Liste umfasst das ganze Set, deshalb erscheint nicht jedes Foto auf dieser Seite.
- My Quang Da Nang, Dragfyre, CC BY-SA 3.0
- Ly pặc xỉu sữa đá ở Q1 ng18th8n2022, Phương Huy, CC BY-SA 4.0
- Cơm tấm SG (cơm sườn) ng27th9n2020 (3), Phương Huy, CC0 1.0
- First bite of the pho in The Big Bowl, Andy Li, CC0 1.0
- Bún chả Hàng Mành (2), Viethavvh, CC BY-SA 4.0
- Hủ tiếu bò kho, Tonbi ko, CC BY-SA 4.0
- Bánh mì thịt nguội, Minh Nguyen, CC BY-SA 4.0
- Món chè ở Bình Long năm 2020, Phương Huy, CC BY-SA 4.0
- Gỏi cuốn, Tran Hai Duong, CC0 1.0
- Crispy Vietnamese Pancake (Banh Xeo) - Xin Chao, Eastbourne 2026-08-14 (1), Andy Li, CC0 1.0
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